Spielen statt Schule: Schwänzen ist “in”

Unter der Überschrift “Spielen statt Schule: Schwänzen ist in” erschien am 06.05.2008 dieser Artikel auf shz.de.

Hier zwei Absätze als Auszüge:

Café statt Schulbank, Spielekonsole statt Englischbuch: Eine Studie zeigt, dass junge Schleswig-Holsteiner ihre Unterrichtszeit gerne woanders als in der Schule verbringen.

Eltern und Lehrer sind beunruhigt über die zunehmende Zahl von Schülern, die den Unterricht versäumen. Der Deutsche Lehrerverband schätzt, dass bundesweit von knapp neun Millionen Schülern täglich 100.000 den Unterricht schwänzen.

Was mir in dem Artikel zu kurz kommt, sind die Gründe, warum Schüler ihre Zeit zunehmend lieber in Cafés oder mit der Spielekonsole verbringen, als in die Schule zu gehen.

Bevor Kinder eingeschult werden, sind sie neu-gierige, kleine Menschen, die 1.000 Fragen über die Welt stellen und Lernen als lustvoll erleben. Aber in der Schule wird aus der Lust oft eine Last.

In ihrem Buch “Trotz Schule lernen!” schreibt Vera F. Birkenbihl, dass Lernen zunächst ein genauso natürlicher Vorgang ist, wie Atmen und Verdauen.

Weiter schreibt sie, dass in der Schule Kinder zum ersten Mal lernen, dass Lernen ein passiver Prozeß ist, bei dem die Großen einem etwas beibringen; nicht aber etwas, was man selber tun darf.

Aus dem selbstbestimmten Lernen vor der Einschulung wird ein fremdbestimmter Akt.

Wenn Kinder einen Ort, an dem sie doch angeblich fürs Leben lernen, meiden und ihre Alltag lieber woanders verbringen, dann hat das seinen Grund im Schulsystem selbst.

In den Kaufhäusern die Spielekonsolen erst nachmittags anzustellen, ist ein Herumdoktern an den Symptomen, nicht an der Ursache der Lernunlust selbst.

“Wer nicht zur Schule geht, schadet sich selbst” heißt es in dem Artikel. Aber was ist mit dem Schaden, den die Schule selbst anrichtet? Ist es nicht verständlich, dass die Schüler dem entfliehen wollen?

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3 Antworten zu “Spielen statt Schule: Schwänzen ist “in””

  1. Antje sagt:

    Das Zitat hab ich von Vera F. Birkenbihl gesucht - mein Partner will nämlich, dass unsere Tochter auf eine staatliche “normale” Regelschule gehen soll (während ich will, dass sie auf eine Freie Demokratische Schule kommt und sebstbestimmt lernt). Von Frau Birkenbihl hat er schon mal was gelesen und daran war er ganz interessiert. Da werde ich ihm mal das Buch unter die Nase halten. ;-)

  2. KiFaSchuLe sagt:

    Hallo Antje,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Vom Buch “Trotz Schule lernen!” habe ich hier die 12. Auflage vorliegen. Wie ich gerade gesehen habe, gibt es inzwischen schon die 18. Auflage dieses Buches. Das Zitat, dass Lernen genauso natürlich ist wie Atmen oder Verdauen, steht in meinem Exemplar auf Seite 18 und das zweite Zitat, dass Lernen in der Schule ein passiver Prozeß ist, steht bei mir auf Seite 37. Von Vera F. Birkenbihl kann ich außerdem die Bücher “Trotzdem lernen” und “Jungen und Mädchen: Wie sie lernen” empfehlen. Ebenfalls sehr empfehlenswert: Die Bücher von John Holt.

  3. Härteres Vorgehen gegen Schulschwänzer-Eltern « KiFaSchuLe sagt:

    [...] Siehe auch hier. [...]

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