“Killerspiele” – Gewaltauslöser oder harmloser Zeitvertreib?

By KiFaSchuLe

Machen “Killerspiele” aggressiv? Löst die am Bildschirm erlebte virtuelle Gewalt auch im echten Leben Gewalt aus? Oder sind das nur Vorurteile?

Die Wissenschaft ist sich in diesem Punkt nicht einig.

Auszüge aus einem Artikel auf Focus-Online vom 15.05.2008:

Harmlos?

„Gibt es einen wissenschaftlichen Beweis für den Vorwurf, gewalttätige Spiele würden auch zu aggressivem Verhalten führen?“ Zumindest könne leicht der Eindruck entstehen, dass das stimmt, meint Kierkegaard: Medien berichten immer wieder über von Gewaltspielen besessene Spieler. Viele Forscher wollen belegt haben, dass virtuelle Gewalt echte Gewalt hervorbringt.

Kierkegaard überprüfte deshalb eine Auswahl entsprechender Forschungspapiere. Sein Ergebnis: Die Beweisführung basiert auf dem Befund, dass beim Spielen von Videospielen auch die Bereiche im Gehirn angeregt werden, die mit Aggressionen in Zusammenhang gebracht werden.

„Die Welt müsste eine Gewaltepidemie erleben“

Die Statistik zeige aber ein völlig anderes Bild: Zwar hätten die Massaker an amerikanischen Highschools durch jugendliche Täter eine starke Resonanz in den Medien ausgelöst. Gewaltverbrechen in den Vereinigten Staaten seien aber tatsächlich seit den 90er-Jahren drastisch zurückgegangen, besonders unter Jugendlichen. Gleichzeitig habe aber sowohl die Nutzung als auch die Popularität von Videospielen ständig zugenommen. „Angesichts der Millionen von verkauften Gewaltspielen müsste die Welt geradezu eine Gewaltepidemie erleben“, so Kierkegaard, „stattdessen hat die Aggression abgenommen.“

Oder gefährlich?

Andere wissenschaftliche Untersuchungen widersprechen Kiekegaards These: Brutale Computerspiele stellten das größte Risiko für Jugendkriminalität dar. So fasst die Zeitschrift „GEO Wissen“ die Erkenntnisse einer Reihe von Studien zusammen. Grundsätzlich kämen zwar verschiedene Ursachen in Betracht, wie etwa familiäre Armut, eine schlechte Eltern-Kind-Beziehung oder ein besonderes Lebensumfeld. Der stärkste Risikofaktor sei aber der Konsum von Mediengewalt, habe eine Studie des Münchner Schulpsychologen Werner Hopf ergeben.

Für die Untersuchung von 653 Schülern wurde das Verhalten der Kinder und Jugendlichen über einen Zeitraum von zwei Jahren untersucht, wie das Magazin weiter schreibt. Dabei habe sich gezeigt, dass PC-Spiele die bedeutsamste Ursache für Delikte wie Prügeln, Vandalismus, Mobbing oder Automatenaufbrüche seien – noch vor gewalthaltigen Fernsehsendungen und Horrorfilmen. Außerdem wirke sich ein starker Konsum von Gewaltmedien negativ auf die Englisch- und Deutschnoten aus.

Ich persönlich finde Killerspiele einfach abstoßend, deshalb ist der Reiz, der für einige von diesen Spielen ausgeht, für mich schwer zu verstehen. Vielleicht, weil ich eine Frau und auch schon lange über 30 bin? ;-)

Wie würde ich reagieren, wenn ich einen Sohn hätte, der stundenlang diese Spiele spielt? Verbieten? Nein, das wäre mir zu erzieherisch. Ich würde versuchen, mit ihm zu reden, ihm meine Sorgen mitteilen, dass ich das Gefühl habe, die Spiele tuen ihm nicht gut. Und wenn er meine Sorgen nicht nachvollziehen kann und weiterspielt? Abwarten und Tee trinken? Nun habe ich keinen Sohn, deshalb ist es schwierig, sich diese Situation theoretisch vorzustellen.

Wie seht ihr das, liebe Blogleser? Wie würdet ihr oder wie habt ihr reagiert, wenn eure Kinder stundenlang Killerspiele spielen?

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3 Antworten zu ““Killerspiele” – Gewaltauslöser oder harmloser Zeitvertreib?”

  1. Jugendschutzgesetz gegen “Killerspiele” verabschiedet auf Effekt sagt:

    [...] hier [...]

  2. Thomas sagt:

    Die Medienwirkungsforschung ist sich einig, dass es keinen monokausalen Zusammenhang zwischen “Killerspielen” und Gewalttaten geben kann.
    Wenn es so wäre würden tausende “Counterstrikespieler Amok laufen.
    Gewalt hat immer multifaktorielle Ursachen d.h. sie resultiert immer aus einem Zusammenspiel gesellschaftlicher, schulischer, familiärer und medialer Faktoren.

    Herzliche Grüße

  3. "Schule der Angst - was macht Kinder zu Amokläufern?" | Project-Dragon's Gaming Blog sagt:

    [...] “Killerspiele” – Gewaltauslöser oder harmloser Zeitvertreib … [...]

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