Schluss mit der Förderwut

By KiFaSchuLe

Frühförderung ist in aller Munde, aber man kann es auch zu gut meinen und die Kleinen überfordern.

Dies sagt der Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther im Apothekenmagazin “Baby und Familie”, Ausgabe 5/2008.

„In diesem Land ist die Förderwut ausgebrochen“, klagt Professor Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher an der Universität Göttingen im Apothekenmagazin „BABY und Familie“. Er mahnt, kleine Kinder nicht mit zu viel Wissensvermittlung zu überfordern. Kinder, so weiß die Hirnforschung, sind zwar fürs Lernen wie geschaffen – doch alles zu seiner Zeit. Jedes Wissen muss auf bestehenden Erfahrungen und Kenntnissen aufbauen. „Deshalb macht es beispielweise überhaupt keinen Sinn, sehr kleine Kinder ein Musikinstrument spielen zu lassen“, erklärt Privatdozentin Dr. Fabienne Becker-Stoll, Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. Feinmotorik kann erst trainiert werden, wenn die Grobmotorik gefestigt ist. Deshalb brauchen Kinder vor allem Gelegenheit zu ungebundenem Spielen. „Das ist kein überflüssiger Unsinn, sondern eine sinnvolle, altersgemäße Beschäftigung, bei der Kinder alles Mögliche lernen“, so Becker-Stoll. Viele Erwachsene dächten für ihre Kinder viel zu weit in die Zukunft: „Eltern sollten sich zurücklehnen und einfach mit Spaß betrachten, welche unglaublichen Kräfte ihre Kinder aus sich heraus entwickeln“, rät Professor Hüther.

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