Wie das Immunsystem nach der Geburt lernt

By KiFaSchuLe

Nach der Geburt muss das kindliche Abwehrsystem lernen, mit den Mikroorganismen der Außenwelt fertigzuwerden. Dabei spielt es sogar eine Rolle, ob die Geburt natürlich war und ob das Kind Muttermilch bekommt.

Hier zwei Auszüge aus einem informativen Artikel, der am 14.05.2008 in der NZZ erschien:

War der fötale Darm in der Schwangerschaft noch absolut steril, finden sich bereits nach einer Woche bis zu 400 verschiedene Bakterienarten im Dickdarm. Damit sich das Gewebe trotz diesem Ansturm nicht entzündet, was das Gedeihen des Neugeborenen gefährden würde, muss sich die Körperabwehr des Neugeborenen tolerant zeigen. Als hilfreich erweist sich in dieser Situation auch die Muttermilch. Sie enthält etwa Zuckerstoffe, die die Ansiedelung erwünschter Bakterienarten fördern. Ausserdem gelangen durch das Stillen viele Abwehrmoleküle auf die Schleimhäute des Säuglings, die – ohne Entzündungsreaktion – verhindern, dass Krankheitserreger eindringen.

Einen wichtigen Impuls, damit sich die kindliche Abwehr auf die veränderten Umweltbedingungen ausserhalb des Mutterleibes einstellen kann, gibt offenbar das Geburtsgeschehen selbst. Elham Yektaei-Karin und andere Forscher vom schwedischen Karolinska-Institut in Stockholm haben kürzlich bei Experimenten im Labor herausgefunden, dass Abwehrzellen von Kindern, die eine natürliche Geburt durchgemacht haben, besser zu einem Infektionsherd wandern können als solche von Kindern, die per Kaiserschnitt geboren wurden. Der Stress einer natürlichen Geburt, so wird vermutet, fördere möglicherweise die Aktivität der Körperabwehr.

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Die ersten 5 Minuten
Bild: © Anguane / PIXELIO

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