Meldung des Rundfunks Berlin-Brandenburg vom 09.06.2008:
Berliner SPD-Politiker wollen schärfer gegen die Eltern von Schulschwänzern vorgehen. Das sieht ein Landesprogramm zur Durchsetzung der Schulpflicht vor. Verfasser ist der Kreisverband Neukölln.
Danach sollen diejenigen mit Führerscheinentzug und Streichung des Kindergeldes bestraft werden, deren Kinder wiederholt und für längere Zeit den Unterricht meiden. “Geht das Kind nicht zur Schule, dann kommt das Kindergeld nicht auf’s Konto”, heißt es in dem Papier weiter.
SPD-Kreischef Fritz Felgentreu sagte am Montag, man müsse den Schulen helfen, mit Schulschwänzern umzugehen und bestätigte damit einen Bericht der “tageszeitung”. Die Neuköllner SPD will das Konzept auf dem bildungspolitischen Parteitag im September als Antrag einbringen.
Ich finde es traurig, dass den Leuten immer nur einfällt, an den Symptomen herumzudoktern, aber nicht nach den Ursachen zu suchen.
Die Eltern zwingen ihre Kinder also nicht genügend, üben nicht genug Druck aus. Also muss deshalb auf die Eltern Druck und Zwangs ausgeübt werden.
Es wird gesagt “…man müsse den Schulen helfen, mit Schulschwänzern umzugehen…”. Und das tut man, indem man die Eltern bestraft?
Warum fragt keiner nach den Ursachen, warum Kinder um die Schule lieber einen großen Bogen machen?
Zu sagen, die Kinder sind eben faul und brauchen mehr Druck vom Elternhaus, ist mir zu einfach.
Aber vielleicht haben die Politiker einfach Angst vor der Wahrheit, dass die Ursache oftmals die Schule selbst ist?
Konsequenterweise müsste dann das ganze Schulsystem geändert werden. Aber das Kindergeld zu streichen oder den Führerschein zu entziehen, ist natürlich einfacher.
Siehe auch hier.
Schlagworte: Kindergeldentzug, Schulpflicht, Schulschwänzer
Donnerstag, 12.06.2008 um 21:15 |
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[...] die Kinder dem Staat? Am 10.06.2008 schrieb ich von den Plänen der Neuköllner SPD, härter gegen Schulschwänzer [...]