Schulschwänzern soll es an den Kragen gehen

By KiFaSchuLe

Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 10.07.2008:

Das Stuttgarter Bündnis für Erziehung will sich intensiver um Schulschwänzer kümmern. Schon das erste unentschuldigte Fehlen soll künftig ein Bündel an Maßnahmen nach sich ziehen. Bereits vom nächsten Schuljahr an soll das Konzept umgesetzt werden…

Und wieder einmal sind die Schulschwänzer und deren Eltern an allem Schuld. Die Stadt Stuttgart verschärft ihre Maßnahmen, um Schüler wieder auf den “rechten Weg” zu zwingen. “An den Kragen” soll es den Schülern laut Überschrift sogar gehen. Klingt irgendwie gewalttätig.

Im letzten Absatz des Artikels heißt es:

Die Umsetzung des Kooperationskonzeptes ist für den Beginn des nächsten Schuljahres geplant, zunächst an Grund-, Haupt- und Realschulen. “Dieses Verfahren hilft”, glaubt Gabriele Müller-Trimbusch, “Ursachen wie Schulangst oder Schulphobie frühzeitig zu erkennen und Hilfestellung zu bieten.”

Übrigens: Laut Wikipedia hat Schulphobie nichts mit der Schule selbst zu tun.

Die Schulphobie ist die panikartige Reaktion auf die schulische Situation und mit starker Tendenz, den Schulbesuch zu verweigern. Tatsächlich scheint sie aber nur vordergründig mit der Schule zu tun zu haben, sondern eher durch die Familiendynamik zuhause bedingt zu sein. So klammern sich die Kinder oft deutlich an die Mutter oder eine andere Bindungsperson (Trennungsangst ICD 93.0, Bindungstheorie).

Die Familie bekommt also wieder den Schwarzen Peter zugeschoben. Kein Wort davon, dass die Schule selbst vielleicht auch Schuld sein könnte…

Ich möchte gerne mal einen Artikel mit der Überschrift “Der Schule geht es an den Kragen” lesen. ;-)

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Eine Antwort zu “Schulschwänzern soll es an den Kragen gehen”

  1. Lou Brass sagt:

    Die Faschisten sind zurück – und wie Ignazio Silone auf seinem Sterbebett warnte, sie kommen nicht zurück und sagen: Hier sind wir wieder, wir sind die Faschisten! – Nein, sie kommen zurück und bekämpfen das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern.
    In der Berliner Strassenzeitung Motz habe ich heute einen Artikel gelesen, dass in Berlin-Neukölln Pläne existieren, den Eltern von Schulschwänzern das Kindergeld vorzuenthalten und/oder den Führerschein wegzunehmen.
    DAS GEHT ECHT ZU WEIT! Friß-oder-stirb-Politik mit den verrottenten Schulen!
    Krieg dem Familienleben, weil enge persönliche Bande den Menschen stärken, weniger leicht manipulierbar machen, stabiler…WIR MÜSSEN SIE STOPPEN!

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