Schlagworte: Homeschooling
Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Sonntag, 20.07.2008 um 13:56 und eingeordnet unter Bildungsfreiheit. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder trackback von deiner eigenen Seite
Sonntag, 20.07.2008 um 17:58 |
Herrje, daß nun ausgerechnet wieder die arme Mathematik als öde und staubig dargestellt wird und die Blümchenmalerei als Home-Schooling-Idylle, das entspricht genau den Klischees, die gegen Homeschooling ins Feld geführt werden. Der Kunstunterricht in Schulen ist viel schlimmer als andere, weil hier oft Ideologien statt Sichtweisen und Techniken vermittelt werden. Und Abstraktionen lassen sich in Freiheit besser lernen und vermitteln, weil sie Interesse (”Dazwischensein”) voraussetzen.
Sonntag, 20.07.2008 um 23:55 |
Ich hab es mir schon öfter angeschaut, mir ist dieser Aspekt aber noch nie aufgefallen. Wahrscheinlich weil für mich die Mathematik so nah an der Kunst ist und die Mathematik das natürlichste auf Erden.
Ich denke sogar der Mensch ist auf jeden Fall ein Homo mathematicus
http://freiebildung.wordpress.com/2008/07/20/auf-halbem-weg/
Montag, 21.07.2008 um 07:37 |
@Martin
Für mich sagt der Film aus, dass man zum Lernen keinen Klassenraum braucht, sondern Lernen überall stattfinden kann. Das Kind vor dem Schulgebäude bestimmt außerdem selbst, mit was es sich gerade beschäftigen möchte. Das Kind in der Klasse hat diese Wahl nicht und langweilt sich. Dass es Mathematik ist, was in der Klasse unterrichtet wird, ist für mich nebensächlich. Das könnte auch jedes andere Fach sein.
Montag, 21.07.2008 um 09:33 |
Die Film-Idee ist nicht mißzuverstehen, aber daß sich ein Kind draußen genauso verhält wie das Kind drinnen, nämlich Schmetterlinge interessanter als Mathematik findet, obwohl es nicht angeödet worden ist, das spricht eher gegen Homeschooling. So sollte ein Film, der für die Idee der Freiheit wirbt, keinesfalls aussehen.
Er ist offenbar von jemandem gemacht worden, der freies Lernen nicht kennt und glaubt: Schule = schlimme unnütze Formeln / Freiheit = bunte Schmetterlinge.
Wenn ich mein Handwerk unterrichte, geht es nicht ohne Rechnen. Und das Schöne dann ist: wenn man nicht schon einen pädagogischen Knacks hat und bei Zahlen dank Schule gleich abschaltet oder wegläuft, merkt man es nicht, daß man gerade freiwillig rechnet. Man braucht einfach das Ergebnis, um weitermachen zu können. Wenn man Rechnen benutzt, also anwendet als Mittel zum Zweck, “können” sogar Kinder rechnen, die den absurden Ruf haben “in Mathe schwach” zu sein.
Warum durfte der Kanzler Gerhard Schröder Sätze sagen wie: “In Mathe war ich immer schlecht.” ohne daß sich darüber Leute gewundert hätten, abgesehen von Mathematikern, die sich ärgerten? Hätte er gesagt: “In Deutsch war ich immer schlecht,” hätte man ihm das verübelt. Mathe wird immer gleichgesetzt mit Schule und öden Paukern, Mathe muß man nicht können, wer sich verweigert, gilt gleich als Held. Wenn Schule als Übel gezeichnet wird, dann müssen Formeln an die Tafel. Also was ist denn das für ein Weltbild, das die sinnvollste Wissenschaft überhaupt wegen ihrer Vermittlung verteufelt?