Liebe Blog-BesucherInnen,
ich möchte Dich noch einmal (siehe auch hier) auf den Offenen Brief des Netzwerk Bildungsfreiheit e.V. an Bildungsministerin Dr. Annette Schavan aufmerksam machen.
Wir haben im Leben die Wahl, z.B. ob wir überhaupt und wenn ja, welche Partei wir wählen, ob wir zum Frühstück Obst oder doch lieber ein Brötchen mit Marmelade essen, ob wir in unserer Freizeit Joggen oder Bogenschießen bevorzugen, ob wir klassische oder Pop-Musik hören, ob wir Auto oder Fahrrad fahren, ob wir in der Stadt oder auf dem Land wohnen, ob wir einer Religionsgemeinschaft angehören oder nicht, ob wir heiraten oder ledig bleiben, ob wir ein Handwerk erlernen oder ob uns etwas Kaufmännisches mehr liegt, oder, oder oder… Und wir wären empört, wenn uns jemand in diesen Wahlmöglichkeiten einschränken wollen würde. Jeder Mensch möchte selbstverständlich selbst darüber bestimmen, wie er sein Leben gestaltet.
Aber in der wichtigen Frage des Bildungsweges unserer Kinder, hat der Gesetzgeber uns Grenzen gesetzt. In Deutschland ist der Bildungsweg durch die Schulanwesenheitspflicht vorgegeben. Kinder dürfen nur in den Räumen einer staatlichen (oder staatlich genehmigten) Schule lernen. Wer einen anderen Bildungsweg einschlagen möchte, wie z.B. Homeschooling, muss mit Zwangsmaßnahmen rechnen, die weltweit einzigartig sind. In Deutschland haben Eltern und Schüler keine Wahl.
Ein großes Medieninteresse rief eine Gruppe von zehn Schülern in Freiburg hervor, die sich von der Schule abmeldeten, um sich selbst auf das Abitur vorzubereiten. Da sie bereits volljährig waren, kamen sie mit dem Gesetz nicht in Konflikt. Die Medien berichteten überwiegend positiv von diesem Lernprojekt, der Mut und das Durchhaltevermögen dieser Schüler wurde bewundert.
Würde eine Gruppe von Minderjährigen ein ähnliches Projekt ins Leben rufen, würden die Schlagzeilen in den Medien anders lauten. Es würde wohl eher von den Gerichtsbeschlüssen gegen die Eltern berichtet, denen Zwangsgelder, Gefängnisstrafe und Sorgerechtsentzug drohen.
Bei unseren europäischen Nachbarn würden beide Gruppe mit ihrem Vorhaben kein Aufsehen erregen. Lernen ohne Schule ist dort ausdrücklich erlaubt oder zumindest geduldet.
Damit Eltern und Schüler hierzulande ebenfalls aus einem vielfältigen Bildungsangebot frei wählen können, hat das Netzwerk Bildungsfreiheit einen Offenen Brief an Dr. Annette Schavan verfasst.
Jeder kann dieses Anliegen unterstützen, indem er den Brief ebenfalls unterschreibt.
Bitte setze auch Du ein Zeichen für Bildungsfreiheit in Deutschland.
=> Link zum Offenen Brief und Online-Unterschrift
Bitte informiere auch gerne weitere Personen von dieser Aktion, z.B. in Mailinglisten, in Foren und auf Blogs. Jede Stimme zählt.
Ich bedanke mich für Deine Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen
Evelyn
Schlagworte: Annette Schavan, Bildungsfreiheit, Bildungspolitik, Bildungsvielfalt, Netzwerk Bildungsfreiheit, Schulpflicht, Schulzwang
Mittwoch, 23.07.2008 um 18:59 |
[...] 23, 2008 von Buntnessel Von KiFaSchule verlinkt: Ein offener Brief an die allseits geschätzte Frau Schavan (da meine Mutter Lehrerin ist, [...]
Mittwoch, 30.07.2008 um 18:23 |
Nachdem ich mir einige Seiten und Artikel dieses Blogs angesehen habe, stelle ich einmal mehr fest, wie vielfältig doch die Anhänger der Bildungsfreiheit sind. Ich bin nach der Lektüre der Artikel auf diesem Blog sicher, daß ich wohl nur sehr wenige Schnittmengen mit der Autorin hätte (zum Besipiel halte ich Erziehung überhaupt nicht für schlecht, sondern vielmehr für absolut notwendig und wichtig), und dennoch: Bildungsfreiheit ist gerade weil die Menschen so verschieden sind (und Kinder sind auch Menschen) äußerst wichtig. Wenn alle auf eine Einheitsschule müssen, können sich die Kinder nicht gemäß ihren Bedürfnissen entfalten, und die Eltern können über die Erziehung ihrer Kinder (oder Nicht-Erziehung) nicht frei entscheiden.
Die Abschaffung staatlicher Zwänge schafft die Möglichkeit, daß sehr verschiedene Menschen in Freiheit und Frieden zusammen leben können. Auch deshalb werbe ich auf meinem Blog (catocon.wordpress.com) ebenfalls für die Unterzeichnung des offenen Briefes. Neben vielen anderen, sicherlich sehr kontroversen, Themen ist mir (wie hoffentlich bald den vielen anderen freiheitsliebenden Bürgern dieses Landes) wichtig, insbesondere in einer Zeit, in der der Staat in fast allen Bereichen sich immer mehr Kontrolle über das Leben der Menschen anmaßt, daß die Menschen sich der Kontrolle des Staates entziehen können.
Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft, und gerade deshalb dürfen sie nicht der Gesellschaft gehören. Ein wichtiger Schritt dagegen ist die Abschaffung des Schulzwangs, andere Schritte sind die Verhinderung anderer Zwänge, wie etwa des immer wieder diskutierten Kindergartenzwangs. Kinder gehören in die Verantwortung ihrer Eltern, so verschieden oder dem Staat unangenehm sie auch immer sein mögen!
Donnerstag, 31.07.2008 um 13:58 |
homeschooling ist zwar eine nette idee, aber wie soll das umgesetzt werden? punkt 1: eine hausfrau/-mann unterrichtet dann seine kinder? einen nötigen bildungsstand muss ich dann voraussetzen. heißt gleichfalls, familien mit bildungsschwachen eltern dürfen das nicht machen. sie müssten ihre kinder weiterhin in eine staatliche schule gehen lassen.
punkt 2: wie sollen solche kinder einen abschluss bekommen? das letzte halbe jahr auf eine normale schule gehen, damit man sieht, welche noten für einen HS-/RS-abschluss übrig bleiben? im gymnasium meldet man sich einfach mal eben zum abi an?
@catacon: kindergartenzwang? im kindergarten lernen kinder soziales miteinander usw. wie willst du z.b. einem einzelkind beibringen was teilen, zurückhaltung, toleranz ist… es hat keine “konkurrenz” zu hause…
Sonntag, 03.08.2008 um 23:21 |
@wortman:
1. In einem staatlichen Zwangsschulsystem wie dem Deutschen ist Homeschooling natürlich verboten. In (etwas) freieren Staaten, wie etwa den USA (wo hunderttausende Kinder durch Homeschooling ausgebildet werden, und im Schnitt bei standardisierten Tests 20-30% besser abschneiden als Kinder von öffentlichen Schulen) gibt es keine Probleme mit der Frage des Erwerbs von Abschlüssen. Vielleicht solltest du dich erst einmal über ein Thema informieren, bevor du versuchst, eine Ansicht zu diesem Thema in der Luft zu zerreißen.
2. In einer freien Republik ist es nun einmal die Aufgabe der Eltern für ihre Kinder zu sorgen, und damit auch sie auszubilden. Eltern können dies auf viele verschiedene Weisen machen, aber wenn ein Staat frei sein soll, dann muß die Entscheidung über die Art und Weise des Bildungserwerbs bei den Familien, nicht beim Staat, liegen. Wenn Eltern wenig gebildet sind, dann sollten sie natürlich staatliche oder andere private Schulen in Anspruch nehmen, wenn sie sich nicht die Mühe machen wollen, ihren eigenen Bildungsstand drastisch zu verbessern.
3. Homeschooling ist und bleibt natürlich etwas für Minderheiten. Aber solange es verboten ist, können diese hoch engagierten Eltern natürlich kein Homeschooling betreiben. Da wo es am freiesten erlaubt ist, also in einigen Staaten der USA sind es vielleicht 1-2% der Kinder, die daheim ausgebildet werden.
Ich schlage zur Einfindung in das Thema Homeschooling vor, den Links in meinem Artikel zu einem ähnlichen Thema auf meinem Blog zu folgen, falls du dich für Informationen zum Thema Homeschooling wirklich interessierst. (http://catocon.wordpress.com/2008/07/25/bildungsfreiheit-statt-freie-
bildung/)
4. (zum Kindergartenzwang) Zunächst einmal überrascht es mich, daß manche in dieser Gesellschaft, darunter auch Wortman, glauben, die einzige Möglichkeit zur Interaktion mit anderen Kindern bestünde in der Unterbringung eines Kindes in einer staatlichen oder staatlich kontrollierten Institution. Eltern, die sich tatsächlich für ihre Kinder interessieren, haben immer die Möglichkeit, ihre Kinder mit anderen Kindern auch außerhalb von formalen Institutionen in Verbindung zu bringen.
Aber abgesehen davon: Mein Argument bestand nicht darin, daß es schlecht oder unmoralisch wäre ein Kind in einen Kindergarten zu schicken, WENN DIE ELTERN ES WÜNSCHEN. (Und es ist dir unbenommen, wenn du deine Kinder (falls du welche hast) in den Kindergarten schicken möchtest, weil du glaubst, es wäre gut für die Sozialisation deiner Kinder.) Mein Argument, wie sich an dem Wort “KindergartenZWANG” auch feststellen läßt, besteht darin, daß es falsch ist, wenn der STAAT die Eltern ZWINGT, ihre Kinder in einen Kindergarten zu schicken. Genau dies wird aber derzeit von SPD/Grünen und teilweise Linkspartei diskutiert. Verwerflich ist nicht die Entscheidung der Eltern für den Kindergarten. Verwerflich ist die Handlung des Staates, den Eltern diese Entscheidung wegzunehmen.