Ein Interview mit dem Hirnforscher Gerald Hüther über die Zukunft des TV.
Auszug:
Hüther: Geld wird überall dort verdient, wo es Menschen mit unbefriedigten Bedürfnissen gibt. Die Medien kennen diese Bedürfnisse und versuchen, sie so gut wie möglich anzusprechen. Das sieht man zum Beispiel gut an der Entwicklung der Computerspiele. In den alten Einzelkämpferspielen ging es darum, an Herausforderungen zu wachsen. Heute befriedigen WLAN-Partys, Teams und Gilden auch das zweite Bedürfnis nach dem Dazugehören. Trotzdem bleibt es immer nur Ersatz. Mit tatsächlicher Nähe und Aufgaben, die man im Leben bewältigen muss, hat das nichts zu tun.
sueddeutsche.de: Ist das nicht jedem klar?
Hüther: Nein. Wer den Großteil seiner Zeit in virtuellen Bilderwelten verbringt, verliert den Bezug zur Wirklichkeit und zu sich selbst. Im Extremfall verkümmern die Wahrnehmung und Interpretation von Körpersignalen. In Südostasien sind bereits die ersten computerabhängigen jungen Männer vor dem Bildschirm verhungert und vertrocknet.
Schlagworte: Bedürfnisse, Bilderwelten, Computerspiele, Fernsehen, Grundbedürfnisse, Hirnchemie, Hirnforschung, Internet, Medien, Medienkonsum, Virtuelle Welten, Wirklichkeit
Dienstag, 05.05.2009 um 00:24 |
Der Hüther, irgendwie ist er ganz OK. Aber er muss mal seine Old-School-Computerspiele-Sind-Der-Feind-Einstellung überwinden. Irgendwann kann man ihn doch nicht mehr ernst nehmen (in Bezug auf Computerspiele). Die Wahrnehmung der Körpersignale verkümmert – ist das überhaupt möglich? Ich war süchtig, aber ich konnte nicht über Feuer gehen.
Das wäre aber cool gewesen !